Beton entsteht aus natürlichen
Ausgangsstoffen, z.B. Kies, Sand und Wasser, sowie einem Bindemittel, z.B. aus
gebranntem Kalk und Ton. Vorstufen zu unserem heutigen Beton bilden der in der
Natur entstandene Nagelfluh ("Naturbeton") und der Römische Beton (opus
caementitium). Zwar sind durch Kalkmörtel verfestigte Bodenbeläge aus
wesentlich früherer Zeit bekannt: um 7000 v.Chr. in Yiftah El (Israel), um 5000
v.Chr. in Lepenski Vir (an der Donau in der Nähe des Eisernen Tors) und um 3000
v.Chr. in China. Eine systematische "Verklebung" von Steinen und Sand
zu neuen Bauteilen mit hohen Druckfestigkeiten wurde jedoch erst in römischer
Zeit entwickelt. Die Herkunft des Wortes Beton ist bis heute nicht eindeutig
geklärt. Die älteste schriftliche Überlieferung stammt von dem französischen
Physiker Mathematiker und Ingenieur BÉLIDOR; er bezeichnete 1753 mit béton ein
Gemisch aus wasserbeständigem Mörtel und groben Zuschlägen.
Als Geburtsstunde des Stahlbetons wird häufig
das Jahr 1867 angegeben. Damals erhielt der französische Gärtner und
Bauuternehmer MONIER sein erstes Patent auf die bereits seit etwa 1848
verwendeten Blumenkübel aus bewehrtem (im Inneren mit einem Drahtgeflecht
versehenem) Beton. Vor ihm hatte jedoch der französische Adelige LAMBOT 1855
ein ähnliches Patent zur Herstellung von Booten angemeldet. Die ältesten
erhaltenen Betonbauten (ohne Stahlbewehrung) in Deutschland stammen aus dem Jahr
1879 und stehen in Offenbach/Frankfurt (Bogenbrücke und Tempel für eine
Gewerbeausstellung). Die älteste erhaltene Spannbetonbrücke führt bei Oelde/Westfalen
über die Autobahn; sie wurde 1938 erbaut und steht inzwischen unter Denkmalschutz.

Die
positiven Eigenschaften des Baustoff Beton im Wohnungsbau werden oft durch
Planer und Bauherren unterschätzt. Der Beton bietet für den Einsatz in Wohngebäuden
folgende positive
Eigenschaften:
Großes
Wärmespeichervermögen:
die Wärme
wir durch den Beton schnell aufgenommen, gespeichert und sehr langsam wieder
an die Umluft abgeben. Im Winter speichert der Beton die Raumwärme und gibt
sie langsam wieder ab. Im Sommer verhindert die hohe Speicherfähigkeit eine
Aufheizung der Innenräume durch hohe Außentemperaturen und intensive
Sonneneinstrahlung. Diesen Effekt der Aufheizung kann man z.B. bei
Dachgeschosswohnungen mit einer Holzdachkonstruktion beobachten.
Sehr
guter Schallschutz:
wegen
seiner hohen Rohdichte weisen Wände und Dächer aus Beton sehr gute
Schallschutzwerte auf. Durch Außen- und Innenwände aus Beton wird ein sehr
guter Schallschutz innerhalb eines Gebäudes und vor Außenlärm
erreicht.
Beton: Rohdichte
= 1800 bis 2500 kg/m3
Hochlochziegel: Rohdichte
= 800 bis 1600 kg/m3
Mauervollziegel: Rohdichte
= 1600 bis 2000 kg/m3
Kalksandstein: Vollstein Rohdichte
= 1600 bis 2000 kg/m3
Sehr
guter Brandschutz;
Beton
gehört in die Baustoffklasse A1 = nicht brennbare Baustoffe.
Sehr
geringe Temperaturdehnungen:
Beton
weist Infolge wechselnden Temperaturbeanspruchung (Tag & Nacht) sehr
geringe Dehnungen (Verkürzungen & Verlängerung eines Bauteils) auf,
wodurch die Gefahr durch Spannungsrisse z.B. im Wandputz gering ist.
Sehr
geringe Feuchtigkeitsaufnahme: Beton
nimmt sehr wenig Feuchtigkeit und gibt sie sehr langsam ab. Beton
ist im ausgehärteten Zustand trocken. Überschüssiges Wasser verdunstet
sehr schnell oder wird durch die Aushärtereaktion chemisch gebunden.
Betonfertigteile werden im Werk vielfach unter erhöhter Temperatur ausgehärtet
und kommen ausgetrocknet auf die Baustelle.
Geringes
Temperaturamplitudenverhältnis: Beton
gleicht äußere
Temperaturschwankungen aus und schafft ein ein
stabiles
und behagliches
Raumklima. Er bietet Schutz vor
Kälte und Hitze.
Die nicht vorhandene Atmungsaktivität
von Betonwänden wird oft als Gegenargument für die Betonbauweise ausgeführt.
Es richtig, dass Beton eine schlechte Atmungsaktivität ausweist, aber sind den
die anderen bewährten Wandbaustoffe wie Mauerwerk in dieser angeblich so
wichtigen Disziplin für das Raumklima besser ?????
"Atmende
Wände"
Ein
Transport von Wasserdampf durch Außenwände, der einen nennenswerten Einfluss
auf die Wohnraumfeuchte hat, findet - entgegen vielfacher Behauptung - nicht
statt. Wände können folglich auch nicht "atmen". Nach [Hauser] wurde zum
Beispiel eine 30 cm dicke Porenbetonwand mit beiderseitigem Putz unter
durchschnittlichen winterlichen Bedingungen eine Feuchtediffusion 0,36 g/(m2h)
ermittelt. Danach beträgt die Feuchteabführung über eine normale Belüftung
3,29 g/(m2h). Von einer wohnhygienischen Entfeuchtung eines Raumes
über Diffusionsvorgänge kann folglich nicht gesprochen werden. Dabei handelt
es sich bei dem Porenbeton um einen Baustoff, der vergleichbar mit dem
Leichbeton einen besonders geringen Dampfdiffusionswiderstand aufweist. Bei
anderen Baustoffen ist der Feuchtetransport durch Außenwände wesentlich
geringer.
Fazit:
Die
fehlenden Atmungsaktivität
des Beton
hat auf das Wohnklima keinen negativen Einfluss.
Der
für eine gutes Wohnklima erforderliche Feuchtigkeitsaustausch wird im 3-Liter-Wohnhaus
durch die kontrollierte Lüftung über die Lüftungsanlage mit
Wärmerückgewinnung erreicht.
[Hauser] Prof.
Dr. Gerd Hauser, Tauwasserbildung auf Oberflächen, IBK- Seminar-handbuch
Feuchteschäden im Wohnungsbau Darmstadt 16./17.04.1986